Ausflug nach Puerto de la Cruz / Abaco

Puerto de la Cruz, die sechstgrößte Stadt Teneriffas, ist touristisches Zentrum der Inselnordküste. Zusammen mit La Orotava, Los Realejos und anderen Orten bildet Puerto de la Cruz einen Ballungsraum von ca. 140.000 Einwohnern. Puerto de la Cruz ist mit Santa Cruz de Tenerife über die Nordautobahn TF-5 verbunden. Puerto de la Cruz liegt west-südwestlich von Santa Cruz de Tenerife. Nachbargemeinden sind La Orotava im Osten und Süden und Los Realejos im Westen.

Unser Ausflugtipp für Sie in Puerto de la Cruz: Das Abaco.

Das Abaco ist ein luxuriöses kanarisches Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, renoviert und tagsüber eingerichtet als Museum und abends als Cocktail-Bar. Ein echtes Herrenhaus mit einzigartigen Originalen aus verschiedenen Ländern, bei dem der Charme der typischen Inselgebäude erhalten blieb. Alle Räume sind noch genauso wie früher.





Erleben Sie einen Spaziergang durch die Geschichte und bewundern Sie die wunderschöne Dekoration aus frischen Früchten und Gemüse, sowie atemberaubenden Blumenarrangements. Sie werden einen traumhaften Garten und Räume der verschiedenen Stilrichtungen zu sehen bekommen. In diesem unglaublichen Rahmen werden auch alle Arten von Events veranstaltet wie: Hochzeiten, Banketts, Kongresse, Cocktailparties. Für diese Events steht der ausgezeichnete Chefkoch Don Jesus Gonzalez (Restaurant El Duende) zur Verfügung.
Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr und die Folklore-Veranstaltung von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr. Der Cocktail-Stab ist geöffnet Donnerstags, Freitags und Samstags ab 21:00 Uhr und Sonntags ab 15:30 Uhr.



Das ABACO heute

Ein Besuch dieses Hauses belohnt jeden. Wesentlich ist natürlich die Erkundung des Inneren. Das altspanische Ambiente wird jeden entzücken. Reicher Blumen- und ständig neuer Landesfrüchte-Schmuck ziert alle Räume. Die einzelnen Zimmer sind kunst- und liebevoll ausgestattet. In den Räumen erkennt man die grosse Sammelleidenschaft von Mr. Paul Denham. Es ist keine unbedingte Stilreinheit, aber im Mobiliar wie ein Gang durch die europäische Kunstgeschichte. Das findet man bestätigt beim Rundgang durch das Kaminzimmer, das Esszimmer, den grossen Salon bis hin zu Küche und Bad. Auch sollte man einen Blick in das Arbeitszimmer der Grafen und ihre Schlafzimmer werfen. Eine Wanderung durch den herrlichen Patio mit grossen Garten, in welchem auch oft spanische Folklore-Esembles auftreten, lohnt sich. Eine Gedenkpause sollte der Hauskapelle gelten. Die dort stehende Heiligenfigur des Heiligen Anton. Die Geschichte dieser Figur , des Heiligen Anton von El Durazno geht bis auf das Jahr 1537 zurück. Der Rundgang endet im grossen Salon, der heute Musikzimmer für 40-50 Gäste ist.
Jedes Wochenende gastieren hier Künstler wie nationale und internationale Gesangs- und Instrumentalsolisten. Freitags treten Jazz-Bands aller Stilrichtungen vom Blues über Swing bis hin zur Moderne auf. Auch kammermusikalisch, dem Ambiente des Hauses entsprechend, intoniert von Duos, Trios oder Quartetten. Jeden Sonntag gibt es für Verehrer des Flamenco eine Flamencoshow.
Kartenvorbestellung: Tel. 922 370107 oder 922 370630.
Adresse: Camino Durazno 18, Puerto de la Cruz.

Zur modernen Geschichte des ABACO

Seit 1970 kaufte ein in der Tschechoslowakei geborener Böhme namens Paul Denham das Herrenhaus samt Gelände. Er war im 2. Weltkrieg ein erfolgreicher Pilot der Royal Air force und widmete nun seine Friedensarbeit der umfangreichen Renovierung des Hauses. Als er 1993 verstarb, verkauften seine Kinder 1995 die Hinterlassenschaft an Raul Hernandez Alonso. Heute wird das Haus von Mr. Sari und seiner Gattin geführt, die in ihm das gepflegte historische Restaurant ABACO gestaltet haben.

Historische Daten zum ABACO

Zwischen den Gemeinden La Orotava und Puerto de la Cruz steht ein altspanisches Herrenhaus in El Durazno. Mit Don Fernández de Lugo beginnt die Geschichte des alten spanischen Herrenhauses.
Das Jahr 1496 – die Insel ist von Spanien erobert. Nun beginnt die Aufteilung des Reiches von Taoro. Am 06. Juni 1502 erhielt Don Bartolomé Benitez de Lugo 200 Hektar Land im Bewässerungsgebiet von El Durazno zugestanden. Er liess diese Ländereien urbanisieren und Zuckerrohr anpflanzen. Von 1505 bis 1507 war Benitez stellvertretender Gouverneur und ab 1507 Regidor auf Lebenszeit. Als Bauherr schuf er eine Zuckerfabrik und eine Getreidemühle. Auf seine Anregung hin wurde in La Orotava das Franziskaner Kloster gegründet. Sein Sohn Francisco Benitez dagegen, gründete 1559 das erste Herrschaftsgut der Familie De Lugo und legte damit den Grundstein zum heutigen Herrenhaus.
Der Anbau von Zuckerrohr erwies sich als wenig effizient. Deshalb stoppte der dritte Besitzer des Land- und Majoratsgutes – natürlich wieder ein De Lugo, Andres Xuarez mit Vornamen, den Anbau. Er lebte von 1540 bis 1573. Seine Neuerung: Er liess Weinstöcke anpflanzen. Ihm folgte ab 1573 Francisco Xuarez als vierter Eigner. Bei ihm gedieh der Weinanbau, aber noch markanter, er baute das Gut aus. Der vierte Majoritätsherr war Francisco Xuarez de Lugo y Ponte. Ihm verdanken wir die Weinpressen und Weinkeller auf der Finca El Durazno, wie das Herrschaftshaus damals hiess. Berühmt wurde er durch die Lieferung seiner Weine an das englische Königshaus in der Zeit von 1603 bis 1689. Vom 5. bis 7. Besitzer ist wenig zu erzählen, lediglich die Titel in ihren Namen wurden immer länger. Erst der 8. Besitzer Francisco Bautista fand ab 1740 die Zeit, das Herrenhaus fast in die Form zu bringen, wie wir es heute bewundern können. Seine Tochter Marina Leonor Benitez de Lugo y Ponte erbte den Besitz 1771 und ihr Gemahl gab dem Herrenhaus die heutige endgültige Form. Es entstand das La Casona, unser Herrenhaus, von dem wir berichten. Gleichzeitig schuf er die Hauskapelle Sankt Anton und die Stallungen im Erdgeschoss. Als er 1799 verstarb, vererbte seine Nichte den ganzen Besitz weiter. Der neunte Herr wurde nun Francisco Bautista Benitez de Lugo Arias de Saavedra y Ponte. Seine für uns heute noch gültige Grosstat: Er schenkte dem König 1791 ein zum Grundbesitz gehörendes Stück Land, auf dem sich heute das Areal des Jardin Botanico befindet.
Schon Alexander von Humboldt begeisterte sich an der Anlage. Das Landgut selbst fiel inzwischen 1817 nach Gerichtsurteil an Juan Domingo Gonzalez y Benitez de Lugo. Der letzte aus dem Geschlecht war jedoch dann Don Felipe Machado y Benitez De Lugo von 1836 bis 1930. Er schloss die Famlienchronik der de Lugos. Das Haus wurde eine Zeit lang an eine englische Familie vermietet, die ein schottisches Kindermädchen mitgebracht hatte. Sie bewohnte das alte Esszimmer und sie war es auch, die jenen noch heute zu lesenden schottischen Vers an die Eckbalken geschrieben hatte (ins deutsche übersetzt):

»Einige haben Nahrung und können nicht essen.
Andere möchten essen und haben keine Nahrung.
Wir haben Nahrung und können essen und dafür danken wir dem Herrn.«